Der Anfang

30.8.2011

Wo fang ich an? Am besten einfach bei der ersten Nacht in der Hauptstadt.

Nach 17 Stunden Flug wäre es dann doch zu krass gewesen, noch weiter bis nach Kumasi zu fahren. Daher haben wir die erste Nacht in Accra im Headquarter von Volu, einer Partnerorganisation vom Deutsch-Ghanaischen-Freundschaftskreis verbracht.

Als wir dort angekommen sind ist mir dann doch erst mal die Spucke weggeblieben. Ein großes Matratzenlager mit sehr spartanischen Betten, aber trotzdem nichts im vergleich zu den Waschmöglichkeiten. Die Dusche bestand aus einem aus der Wand ragenden Wasserhahn und sonst nichts. Es gab nicht einmal ein Waschbecken, sondern nur Tonnen mit vom Brunnen geholtem Wasser, was da scheinbar auch schon mehrere Tage zu stehen schien. Nach einer trotz allem erstaunlich gut verbrachten Nacht gings dann um 8 zum Busbahnhof, an welchem wir dann knapp zwei Stunden warten mussten bis der Bus dann endlich fuhr. Zur Erklärung: In Ghana fährt ein Buß erst dann, wenn er komplett voll ist. Ist zwar ökologisch gesehen sehr fortschrittlich, wenn man es aber eilig haben sollte kann das natürlich schon nervenaufreibend sein. Gestört hat das aber wenig, weil es gab eh so viele neue Eindrücke die man erstmal verarbeiten musste, dass eine verspätete Abfahrt gar nicht sonderlich auffiel.

Dann ging es in einem so gut klimatisierten Bus, dass man doch eher einen Pulli angezogen hat, los nach Kumasi. Der Bus war nicht nur top klimatisiert, er hatte auch die größte Beinfreiheit, die ich je in einem Bus erlebt habe. An schlafen war dann aber doch eher nicht zu denken, weil zum einen auf Grund der Straßenbeschaffenheit die Fahrt eher einer Achterbahnfahrt denn einer Busfahrt glich. Auf der anderen Seite lief “Straight to your Heart“ 1 und 2 auf Höchstlautstärke (klasse Film übrigens).

In Kumasi angekommen sind wir dann mit dem Taxi weiter nach Denchemouso gefahren, dem Ort wo wir wohnen. Taxi fahren schaut hier folgendermaßen aus:

Man muss erst einmal mit dem Fahrer aushandeln wie viel die Fahrt denn kosten soll. Dann muss man sich auch schnell daran gewöhnen, dass Anschnallgurte nicht als notwendig gesehen werden. Die Fahrt war wiederum so holprig, dass man sich schon das eine oder andere mal den Kopf angehaun hat.

Immerhin wurden wir direkt bis vor unsere Tür gefahren, was scheinbar vor ein bis zwei Jahren noch gar nicht ging , da die Straße von Tälern durchzogen war.

Unser Zimmer ist voll ok, im vergleich zu Accra geradezu luxuriös.

Phillip und ich haben ein Stockbett was von den Matzratzen eher einer hängematte gleicht, und bei jeder Bewegung im Schlaf aufächzt. Da gewöhnt man sich aber nach ein bis zwei Nächten dran.

Gestern waren wir dann auf dem Zentral Markt, der wirklich so riesig und laut wie im Führer versprochen ist. Es gibt einfach so gut wie alles was man haben will zu kaufen. Das Problem war nur, dass der Besuch auf dem Fleischmarkt mich ziemlich davon überzeugt hat, für die Zeit in Ghana Vegetarier zu werden. Da lagen dann ganze Kuhköpfe neben seltsamen grauen Eingeweiden. Dann kam auch noch ein Verkäufer her und wollte uns allen die Hand, die er vorher schnell an der Hose abgeschmiert hatte, geben. Naja, Nase zu und durch…

Heute habe ich es dann endlich mal geschafft meinen Rucksack auszuräumen, und mich hier häuslich einzurichten. Unsere erste selbst gekochte Mahlzeit in Ghana, Rührei, war da schon sehr Highlight heute. Ach ja. Die Slackline hab ich auch schon spannen können, dafür sind die perfekten Bäume vor der Schule wo ich unterrichten werde. Nachdem wir da eine Weile waren kamen dann irgendwann Kinder aus dem Dorf, die dann gleich Huckepack durch die Gegend getragen werden wollten. Die großen Brüder von dem Mädchen, das sich von mir tragen ließ, haben in der Zeit mit ihren küchenmessergroßen „Schnitzmessern“ gespielt, wo uns schon beim zuschauen ganz anders wurde.

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